Reiseblog

2017 Mein Schiff 3

Mit dem Van durch Portugal und Südspanien, oder: Wie ich spontan für zehn Tage nach Neuseeland flog

Ich hatte gerade als Schauspieler und Musiker vier Monate auf dem Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 3“ von TUI gearbeitet und hatte irgendwie keine besonders große Lust vom wunderschönen und 30 Grad heissen Lissabon wieder zurück ins kalte zu Deutschland fliegen. Ich mag den deutschen Winter nicht und gehe ihm, wenn möglich gerne aus dem Weg.
Mein Plan: In Portugal einen ausgebauten Van kaufen und mit diesem in den deutschen Wintermonaten durch Portugal und Südspanien fahren. Leider gab es bei diesem Plan zwei Probleme.
1.: Es ist unglaublich schwer einen vernünftigen Campervan in Portugal zu finden und

2.: Wenn man dann mal einen findet, kostet er knapp das doppelte von dem, was man in Deutschland dafür zahlen würde.

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Das letzte Ma(h)l

Wir legen das letzte Mal in unserem derzeitigen Heimathafen Mallorca an. Das letzte Mal alte Gäste verabschieden und neue einchecken. Ich habe die erste Schicht, ab 6.30Uhr morgens erwischt. Aber hey, egal, es ist ja eh das letzte Mal. Direkt nach getaner Arbeit nehme ich den Shuttle-Bus nach Palma-City, denn meine Kreuzfahrt wird ein mal mehr zu einer Kreuz-Fahrt. Ich habe mich kurzfristig mit Danny verabredet, einem sehr lieben Kollegen aus dem Mittelalterbereich. Danny ist sicherlich dem ein oder anderen Mittelaltermarkt-Gänger noch als Sänger bei der Formation Spielleut Cantoris bekannt. Kennen gelernt haben wir uns 2006, als wir auf Luthers Hochzeit, dem Mittelalter Festival der Lutherstadt Wittenberg, die Bühne miteinander geteilt haben. Lustigerweise hatten wir zwar immer mal wieder sporadisch Kontakt, sind uns seitdem aber leider bisher nicht wieder über den Weg gelaufen.

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Oh, du schönes Lissabon

Mein zweiter Besuch in Lissabon fällt wesentlich umfangreicher aus als der erste. Ich treffe mich dort mit einer Freundin, die ihre letzten Urlaubstage in diesem Jahr extra auf just diesen Zeitraum und just diese Stadt gelegt hat, damit wir uns noch mal sehen können, bevor ich mich auf meine Reise quer durch Europa aufmache. Trotz bestens vorbereiteter Mareen, Reiseführer rules, beschließen wir einfach ohne Karte drauflos zu marschieren und haben uns nur ein paar wenige feste Ziele gesetzt, die wir unbedingt sehen wollen. Eine gute Wahl. 

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Jetzt erst mal tanzen gehen...

Ich stehe in Barcelona früh auf und treffe mich mit Luise, einer Deutschen, die in Barcelona ihren selbst umgebauten Ford Transit Campervan verkaufen möchte, bevor sie mit ihrem Freund für längere Zeit nach Chile fliegt. Der Zustand des Vans ist, bis auf ein paar kleine Beulen und Schönheitsfehler, wie eine nicht funktionierende Zentralverriegelung, dafür dass die Karre 15 Jahre alt ist, wirklich gut. Kaum Rost, super Substanz und ein wirklich schöner Umbau inklusive funktionierendem Holz(!)ofen. Trotzdem liegt das Auto mit 5000€ auch sehr nah an meiner Schmerzgrenze. 

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Endlich Sonne!

Endlich Spanien! Endlich Sonne! Ich streife in kurzer Hose und T-Shirt ziellos durch die kleinen Gassen von La Coruña und genieße die Wärme. In einem kleinen Café mit gutem Internet mache ich eine kleine Mittagspause und bereite Bewerbungs-E-Mails für Auftritte mit meiner Band auf Festivals in 2018 vor. Ich arbeite ein bisschen, suche neue Festivals und Ansprechpartner im Internet und erweitere meine Liste. Dazu trinke ich einen Cortado (quasi einen gestreckten Espresso) und gönne mir ein paar kleine Tapas. Wenn man so in der Sonne sitzt und das Leben genießt, ist die Arbeit nebenher irgendwie gar nicht mehr so präsent. 

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Klassenfahrt

 

Ich schlendere gemütlich durch Hamburg, trinke mir einen Kaffee, latsche ein bisschen durch den Riesen-Saturn, vertrete mir die Beine, lausche Straßenmusikern und verpasse den letzten Bus zurück zum Schiff. Scheiße!
Um genau zu sein ist es nicht mal der letzte Bus den ich verpasse, sondern der vorletzte, aber wir als Crew müssen ja immer eine Stunde vor den Gästen zurück an Bord sein und der letzte Bus fährt eben so, dass ich eine halbe Stunde zu spät am Schiff ankommen würde. Ich frage die beiden TUI-Mitarbeiterinnen wie viel denn circa ein Taxi kosten würde. So circa 35€, ist die Antwort. Ouch!

 

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Pleiten, Pech und Pannen

Am ersten Tag auf See sehen wir in den Nachrichten die Auswirkungen von Hurricane Irma in Florida. Ich schreibe sofort ein paar Freunde an, die ich im letzten Jahr auf meiner Reise an die Ostküste Amerikas kennen gelernt habe, ob es Ihnen gut geht. Glücklicherweise schreiben alle innerhalb kürzester Zeit zurück, dass Sie in Sicherheit sind.
Auch wir haben schon ab Tag eins der Cruise mit 3-4 Meter hohen Wellen einen, trotz des riesigen Stahlkahns unter uns, spürbaren Seegang.

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Schallwellen - Festival auf See

Die Event-Cruises (siehe letzter Blogeintrag) werden für mich persönlich, wortwörtlich zu Kreuz-Fahrten. Ja, der Bindestrich ist Asbicht, denn Benni, der ehemalige Produktionsmanager von Saltatio Mortis bleibt nicht das einzige Wiedersehen nach langer Zeit.

 

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Rockliner

Wir sind in Gothenburg. Ich finde, ohne wirklich zu suchen, durch Zufall einen großen, aber sehr gemütlichen Pub in der Stadt, der eine unglaubliche Auswahl an lokalen Craft-Bieren hat. Ich bestelle mir ein rotes Ale, setze mich an einen Tisch in der Ecke des Pubs und fange an mein gestern aufgenommenes Video zu bearbeiten. Nach einer halben Stunde komme ich mit dem Kellner ins Gespräch, der mir erzählt, dass der Pub noch zwei weitere Stockwerke besitzt und sogar über eine Sonnenterrasse auf dem Dach verfügt. Ich könne mein Getränk einfach mit nach oben nehmen. Dort sei nicht nur eine weitere Bar, an der man Nachschub bekommt, nein, auch das WLAN sei dort oben, nebst Strom, in exakt derselben Geschwindigkeit verfügbar. Jackpot!

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Begegnungen auf See

Anfang September. Vor uns liegen zwei ganz besondere Cruises, für die die Vorbereitungen schon seit Wochen im Hintergrund laufen. Der „Rockliner“, eine vier Tages Tour mit 3 großen und vielen kleineren Konzerten von Udo Lindenberg und „Schallwellen“, ein viertägiges Pop-Festival auf See, unter anderem mit Pur, Glasperlenspiel, Max Giesinger, der Frau die immer lacht (sorry, Namen vergessen) und noch einigen Anderen.

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Das letzte mal Nordsee

Eineinhalb Monate vor Schluss ist endlich so etwas wie eine Arbeitsroutine eingekehrt. Die Stücke stehen, keine Verletzungen, oder Massenkrankheiten, Seuchen, Pest, oder Cholera, die die Mannschaft einen nach dem anderen dahinrafft, oder uns neue Kollegen beschert, kurzum: Et läuft.

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Das letzte mal Ostsee

Wir sind nun seit über zwei Monaten an Bord, haben fast September und stehen kurz vor unserer vor(!)letzten Show-Premiere. Der Poolspot „Nordwind“, mit sehr aufwändigen Kostümen und Songs aus Disneyfilmen wurde aus Gründen, die keiner von uns nachvollziehen konnte (unter anderem einer fehlenden Hakenhand... ja, ist klar) immer und immer wieder verschoben. Nun, nach zweieinhalb Monaten auf See hat das kurze Stück unserer Sänger und Tänzer auf der letzten Fahrt in den Norden dann doch noch Premiere gehabt und wurde immerhin ein mal gespielt, denn danach, im Süden, wird der Poolspot wohl kaum aufgeführt werden.

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Die 33 und das Meer

Gestern war mein 33. Geburtstag und zack, schon ist die Hälfte meines Vertrages auf See geschafft. Unfassbar, wie schnell hier Zeit die vergeht.
Was unter anderem auch daran liegen mag, dass für uns als Cast immer noch kein Alltag eingekehrt ist. Einer unserer Sänger ist von einem auf den anderen Tag krank geworden (siehe letzter Blog-Beitrag) und musste nun, nach mehreren Aufenthalten im Krankenhaus in Kiel, als die Ärzte endlich herausgefunden hatten woher die Symptome kamen, das Schiff verlassen.

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Über Aufgaben und Aufgeben

Wir haben Anfang August und es ist immer noch kein Alltag für uns eingekehrt. Eine unserer Tänzerinnen hat sich den Knöchel verstaucht und musste für 4 Wochen von Bord gehen.

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Von Island und Kurzzeitkollegen

14. Juli. Ich sitze mit den Red Hot Chili Peppers (Californication) auf den Ohren und freiem Oberkörper auf dem Crew Sonnendeck, trinke Kaffee, freue mich über das heutige Erscheinen meiner LARP CD Vol.1 und schreibe endlich ein mal wieder Blog.

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Gäste und Crew

Als Teil des Entertainment Departments hat man einen sehr gehobenen Status an Bord. Das schlägt sich in zahlreichen Privilegien nieder. Die Sänger, Schauspieler und Akrobaten haben jeweils Einzelkabinen. Die Tänzer immerhin kleinere Einzelkabinen, so genannte Single-Share-Kabinen, wo lediglich das Bad mit einer anderen Person geteilt.

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Alle Leinen los

...so viel zum Thema aktuell...

Die ersten Wochen an Bord vergehen genau so schnell wie die letzten Wochen an Land. Neben Trainings für Safety an Bord, den Umgang mit unseren Kollegen aus anderen Departments und Ländern (die Crew besteht derzeit aus 1021 Personen aus 54 verschiedenen Ländern), erste Hilfe Kursen, Umwelt-Vorlesungen und vielen anderen Trainings, gehen wir zu jeder Zeit in der die Spielräume nicht besetzt sind ins Theater und unsere zweite Spielstätte, das Klanghaus um unsere Stücke auf den finalen Bühnen zu proben.

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Die erste Etappe

Januar 2017, ich sitze am PC um geeignete Festivals und Veranstaltungen zu suchen, bei denen wir uns als Band für dieses Jahr noch bewerben könnten. Bisher ist das Jahr mit nur 7 Konzerten noch recht karg und ich stehe mal wieder vor der für freie Künstler so typischen Frage, woher ich bloß das Geld nehmen soll um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren...

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